Mittelbayerische Zeitung vom 28.01.2014

Patengroßeltern sollen Lücke schließen

In vielen jungen Familien fehlen mittlerweile Oma und Opa. Der Kinderschutzbund und das Kreisjugendamt wollen für ein Stück Lebenserfahrung sorgen. .

Maria Heilmeier leitet das Projekt

Von Angelika Lukesch,

Regensburg Die moderne Zeit bringt es mit sich, dass Familienstrukturen, die früher sehr eng waren, sich zunehmend lockern oder ganz zerreißen. Mobilität ist gefragt und so kommt es immer häufiger vor, dass junge Familien keinen oder nur selten Kontakt zu den Großeltern der Kinder haben. Das soziale Netzwerk ist dadurch um ein großes Stück ärmer, der Kontakt zu Oma und Opa fehlt. Auch bei Familien mit Migrationshintergrund stellt sich dieses Problem sehr häufig, da die Familien im Geburtsland bleiben.

Der Kinderschutzbund Regensburg und das Kreisjugendamt Regensburg haben sich zusammengetan, um diese Lücke im sozialen Netzwerk der Familien zu schließen. Zu diesem Zweck wurde Maria Heilmeier eingestellt, die das Projekt „Patengroßeltern“, das im Oktober 2013 startete, auf die Beine gestellt hat. „Vielen jungen Familien fehlt der Kontakt zu älteren Generation. Gleichzeitig gibt es erfahrene ältere Menschen, die gerne einen Teil ihrer Zeit und ihrer Lebenserfahrung an die jüngere Generation weitergeben und mit ihnen teilen wollen,“ sagt Heilmeier im Gespräch mit der MZ.

„Patengroßeltern werden überall da gesucht, wo Kinder sind, also auch in Familien mit alleinerziehenden Eltern“, betont Heilmeier. Angesprochen sind Familien, die sich nicht in einer akuten Krisensituation befinden, sondern die nach Kontakt zu lebenserfahrenen Menschen suchen. Potenziellen Paten sollten vor allem Offenheit und Interesse gegenüber sehr unterschiedlichen Lebenskonzepten und Konstellationen in Familien mitbringen und natürlich „Freude am Umgang mit Kindern“. Wichtig, sagt Heilmeier, sei auch die Bereitschaft, eigene Erfahrungen weiterzugeben und auf die Bedürfnisse in den Familien einzugehen. Beim Paten-Großeltern-Projekt gehe es um eine „längerfristige Begleitung und gegenseitige Bereicherung der Generationen“ betont Heilmeier. Auch sollen die Patengroßeltern nicht vordergründig als Babysitter eingesetzt werden. „Die Familien und die Patengroßeltern sollten miteinander Zeit verbringen, eine Beziehung aufbauen zwischen den Generationen, Erfahrungen austauschen“, beschreibt Heilmeier das Projekt.

Wer sich für das Projekt interessiert, ob Familien oder potenzielle Patengroßeltern, kann sich bei Maria Heilmeier melden, Tel. (01 57) 34 67 07 69, Email: m.heilmeier@kinderschutzbund-regensburg.de. Am Donnerstag, 30. Januar, von 10 bis 12 Uhr steht Maria Heilmeier für ein persönliches Gespräch zur Verfügung. Interessierte kommen in die Alte Mälzerei in Regensburg, Galgenbergstraße 20, Zugang von der Galgenbergstraße, 4. Stock (Lift ist vorhanden).

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