„Kinderrechte sind Menschenrechte“: Der Regensburger KSB bei den Kinderschutztagen 2018 in Essen

Nicht nur ausgesprochen interessant sondern auch sehr aktuell waren die diesjährigen Kinderschutztage in Essen. So eröffnete der Deutsche Kinderschutzbund (DKSB) die Veranstaltung am Freitag, 4.5.2018, mit einer Feststunde in der Essener Kreuzeskirche. Der Ortsverband Essen richtete die bundesweite Mitgliederversammlung in diesem Jahr anlässlich seines 50jährigen Bestehens aus. Zentrale Botschaft des Abends war die Forderung des DKSB, Kinderrechte im Grundgesetz zu verankern.
Für ihren Einsatz diesbezüglich wurde Prof. Dr. Rita Süssmuth, Bundestagspräsidentin a.D., durch DKSB-Präsident Heinz Hilgers mit dem goldenen Ehrenzeichen geehrt, der höchsten Auszeichnung des Kinderschutzbundes. „Kinderschutz ist ganz wichtig und wie ich in der Frauenbewegung gelernt habe, ist es auch wichtig, das Potential von Kindern wie auch von Frauen zu erkennen.“


Im Rahmen der diesjährigen Bundesmitgliederversammlung kritisierte der DKSB am nächsten Tag, dass das Bildungs- und Teilhabepaket bei Millionen von Kindern versage. Der Bildungserfolg von Kindern und Jugendlichen in Deutschland hänge deshalb maßgeblich von der sozialen Herkunft ab. Ein Bündel von Maßnahmen sei notwendig, um allen Kindern einen guten Start ins Leben zu ermöglichen.
Deshalb wünscht sich der DKSB: Mehr Bildungsgerechtigkeit für alle Kinder und stellt dazu fünf Forderungen an die Politik:

1. Das Bildungs-und Teilhabepaket muss abgeschafft und durch eine Kindergrundsicherung in Höhe von 619 Euro im Monat überflüssig gemacht werden.
2. Alle Basis-Lernmaterialien müssen an allen Schulformen in ganz Deutschland kostenfrei zu Verfügung stehen.
3. Alle Kinder müssen Zugang zu Förderangeboten bekommen.
4. Genauere Daten über den realen Schulbedarf müssen erhoben werden.
5. Schulen müssen für die hohen Bildungskosten von Eltern sensibilisiert werden.

Lernmittelfreiheit und Bildungs- und Teilhabepaket – wie aktuell ausgestaltet – sind keine Instrumente um Bildungsgerechtigkeit wirklich herzustellen. Grundlegende Maßnahmen und ein verändertes Bewusstsein sind notwendig, um allen Kindern gleich gute Bildungschancen zu bieten.